Eingliederungshilfe für Erwachsene 

Beschreibung

Die Leistungen der Eingliederungshilfe richten sich für Erwachsene mit einer geistigen, körperlichen und / oder psychischen Behinderung nach den Bestimmungen des Sozialgesetzbuches – Zwölftes Buch (SGB XII). Die Grundnorm des Leistungsanspruchs ergibt sich dabei aus § 53 SGB XII, welcher nicht nur den Aufgabenkreis der Eingliederungshilfe benennt, sondern ebenfalls den anspruchsberechtigten Personenkreis abgrenzt. Grundsätzlich sind die Leistungen der Eingliederungshilfe gegenüber Leistungen anderer Sozialleistungsträger – wie bspw. der Kranken-, Unfall- oder Rentenversicherung sowie der Bundesagentur für Arbeit – nachrangig (§ 2 SGB XII).

Ein Rechtsanspruch auf Eingliederungshilfe ergibt sich dabei nicht allein aus dem Vorliegen eine Behinderung im Sinne des § 2 Abs. 1 Sozialgesetzbuch – Neuntes Buch (SGB IX). Vielmehr muss diese die Fähigkeit der Teilhabe am Leben der Gesellschaft grundsätzlich wesentlich beeinträchtigen. Nicht jeder Mensch mit Behinderung erfüllt damit zugleich die Voraussetzungen des § 53 Abs. 1 Satz 1 SGB XII. Die Hilfegewährung bis zur Vollendung des 18. bzw. bei seelisch Behinderten i. d. R. des 21. Lebensjahres erfolgt innerhalb der Eingliederungshilfe durch die Arbeitsgruppe Eingliederungshilfe Kinder und Jugendliche.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Eingliederungshilfe Erwachsene stehen für eine kostenlose Beratung und Unterstützung zur Verfügung. Aufgrund der individuellen Bedürfnisse und Lebenssituationen empfiehlt sich hierbei eine persönliche Vorsprache.

Die Eingliederungshilfen für Erwachsene sind Maßnahmen, die in ambulanter, teilstationärer und stationärer Form erbracht werden.

Zu den Leistungen der Eingliederungshilfe gehören hierbei beispielsweise:

  • Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
    Ziel der Hilfen ist es, die Erwerbsfähigkeit behinderter oder von Behinderung bedrohter Menschen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zu erhalten, zu verbessern, herzustellen oder wiederherzustellen.
  • Leistungen in anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM)
    Aufgabe einer WbfM ist es, die Leistungs- oder Erwerbsfähigkeit des behinderten Menschen zu erhalten, zu entwickeln, zu verbessern oder wiederherzustellen sowie die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln und die Beschäftigung zu ermöglichen oder zu sichern.
  • Leistungen zur medizinischen Rehabilitation
    Die Leistungen dienen der Vermeidung, der Stabilisierung und der Besserung sowohl einer Behinderung oder Gesundheitsstörung selbst als auch der dadurch bedingten Einschränkung der Erwerbsfähigkeit und Pflegebedürftigkeit.
  • Leistungen zum selbstbestimmten Leben in betreuten Wohnmöglichkeiten
    Die genannten Hilfeleistungen sind auf den Bereich der betreuten Wohnmöglichkeiten beschränkt. Sie dienen dabei insbesondere der wohnbezogenen Betreuung des Menschen mit Behinderung.
  • Hilfen zum Erwerb praktischer Kenntnisse und Fähigkeiten
    Die Hilfen zum Erwerb praktischer Kenntnisse und Fähigkeiten kommen vor allem für schwerst- und schwerstmehrfachbehinderte Menschen in Betracht. Sie beinhalten insbesondere den Besuch des Förder- und Beschäftigungsbereich, welcher zur Vorbereitung auf den Arbeitsbereich eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) dient.
  • Versorgung mit Hilfsmittel und Hilfen
    Hilfsmittel dienen nicht nur der Einwirkung auf den Gesundheitszustand sondern sollen vor allem auch die Folgen der Behinderung kompensieren. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um Hilfsmittel und Hilfen die von §§ 31 (Hilfsmittel) und 33 (Hilfen) SGB IX erfassen werden.
  • Hilfen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft
    Die Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft dienen der Ermöglichung oder der Sicherung der Teilhabe behinderter Menschen am Leben in der Gesellschaft. Der Begriff Gesellschaft ist umfassender als der der Gemeinschaft. Er umfasst alle gesellschaftlichen Bereiche, so zum Beispiel auch das Arbeitsleben, und bezieht sich damit auf die gesamte Teilnahme am Leben. Der Begriff der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft hebt dagegen die soziale Teilnahme hervor. Ihr Ziel ist es, dem behinderten Menschen den Kontakt mit seiner sozialen Umwelt zu erhalten und ihm die Teilnahme auch am öffentlichen und kulturellen Leben zu ermöglichen.
  • Hilfe zur Ausbildung für eine sonstige angemessene Tätigkeit
    Die Hilfen werden insbesondere dann erbracht, wenn eine schulische Ausbildung für einen angemessenen Beruf einschließlich des Besuchs einier Hochschule, vor allem wegen Art und Schwere der Behinderung, nicht möglich ist.

Besondere Voraussetzungen bzw. Hinweise: 

  • die Fähigkeit der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft muss grundsätzlich wesentlich beeinträchtigt sein 
  • die Hilfegewährung bis zur Vollendung des 18. bzw. 21. Lebensjahres erfolgt innerhalb der Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche 
  • die Leistungen sind gegenüber Leistungen anderer Sozialleistungsträger nachrangig (bspw. Kranken-, Unfall- oder Rentenversicherung sowie der Bundesagentur für Arbeit)
  • die Hilfen werden abhängig von Einkommen und Vermögen erbracht